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Im Jahr 2019 entwickelte das Künstlerkollektiv KUNSTrePUBLIK (Matthias Einhoff, Philip Horst, Harry Sachs) – die Gruppe hinter dem ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik – am Haus der Statistik ein visionäres Konzept: ein System der Regierungsführung und des Wohlstandsteilens zwischen Bienen und Menschen. Das Projekt entstand im Rahmen der Statista-Projektreihe und knüpfte an die Geschichte des ehemaligen DDR-Gebäudes an, in dem einst Modelle der sozialistischen Planwirtschaft erprobt wurden. Gemeinsam mit den Art-Tech-Pionieren Terra0 und dem Citizen-Science-Kollektiv Hiveeyes entwickelte KUNSTrePUBLIK die erste Version der BeeDAO – eine dezentralisierte, autonome Organisation.

Ausgangspunkt war ein global drängendes Problem: Der Verlust von Bienenpopulationen, besonders in Nordamerika und Europa. Während in Nordamerika jährlich 30–40 % der kommerziellen Honigbienenvölker verschwinden, belaufen sich die Verluste in Europa seit 1985 auf rund 25 %. Diese Zahlen erfassen jedoch nur einen Bruchteil der Realität. Honigbienen sind vergleichsweise gut dokumentiert, wohingegen Wildbienen – obwohl essenziell für nachhaltige landwirtschaftliche Produktion – kaum systematisch erfasst werden. Die komplexen Ursachen für den Rückgang der Bienen können nur gemeinschaftlich angegangen werden. beecoin (und später die BeeDAO) entstand daher aus dem Bedürfnis, einen kollektiven Prozess zu schaffen, der Antworten auf die Frage findet, wie wir unsere verflochtene Beziehung zu den Bienen verbessern können.

Ziel des Projekts war es, eine Organisationsstruktur aufzubauen, die Imkerei, Datenerhebung und Forschung anreizt und als Katalysator für gemeinschaftliches Handeln dient. Ausgehend von wenigen Bienenstöcken am Haus der Statistik sollte ein Netzwerk entstehen, das menschliche und nicht-menschliche Akteure neu zusammenbringt. Kleine individuelle Beiträge – etwa die Pflege eines einzigen Bienenvolkes – sollten sich zu größerer kollektiver Wirkung entfalten: zur Förderung urbaner Imkerei, zur Verbesserung der Bedingungen für Wildbienen oder zur Unterstützung wissenschaftlicher Forschung.

Die frühen Überlegungen zu beecoin beschäftigten sich mit der Idee einer alternativen Währung – eines Tokens, der durch Honigproduktion oder die natürliche Reproduktion eines Bienenstocks generiert wird. Doch im Lauf der Entwicklung wandelte sich beecoin zur Grundlage einer Decentralized Autonomous Organisation.
Mithilfe von Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain entstand ein „Minimum Viable DAO“, das – inspiriert von der Moloch DAO für ETH 2.0 – als selbstverwaltende Förderstruktur fungiert. Der programmierte Konsens war einfach, aber wirkungsvoll: die Bedingungen für Bienen zu verbessern. Eine Aufgabe, die Einzelpersonen überfordern würde, deren kollektiver Nutzen jedoch in die Zukunft wirkt.

Zur Website der ersten DAO.

ZK/U Lab

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