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Tree Aware
#3 Platte und Baum

2024–2025

„Platte und Baum“ ist ein Werk des ZK/U (Matthias Einhoff, Clemens Gruber, Miodrag Kuč), das die Frage stellt, wie nicht-menschliche Akteure an stadträumlichen Aushandlungsprozessen beteiligt werden können. Im Zentrum steht ein Baum, dem mithilfe von Sensorik, Datenverarbeitung und KI eine eigene Stimme verliehen wird – und damit die Möglichkeit, die Stadt aus seiner Perspektive zu beschreiben.

Um dies zu ermöglichen, wurde der Baum mit Sensorkits ausgestattet, die kontinuierlich Umgebungsdaten erfassen. Diese fließen in eine KI-Datenbank ein, ergänzt durch Kontextinformationen zum Standort Leipziger Straße 54. Ein Text-zu-Sprache-Modul macht die Auswertung hörbar: Der Baum tritt in direkten Austausch mit Passant*innen, stellt Fragen, kommentiert seine Umwelt und teilt sein Wissen über den urbanen Raum.

Über diesen dialogischen Ansatz hinaus lädt „Platte und Baum“ zu einem interaktiven Spiel ein. Die Gehwegplatten rund um den Baum sind mit Symbolen aus den Bereichen Stadt, Natur, Aktivismus, Politik und Interaktion versehen. Baum und Mensch werden im Gespräch angeregt, diese Zeichen spontan zu neuen Erzählungen zu verbinden. So entstehen alternative, manchmal absurde, oft überraschende Sichtweisen auf die Stadt und ihre Gestaltungsmöglichkeiten.

Das Werk regt dazu an, vertraute Konfliktlinien der Stadtentwicklung neu zu denken: Wäre es nicht an der Zeit, auch die Rechte nicht-menschlicher Akteure in das Recht auf Stadt einzubeziehen? Und brauchen wir vielleicht neue Impulse, um festgefahrene urbanistische Debatten zu überwinden?

„Platte und Baum“ wurde im Rahmen der Ausstellung „Profitopolis oder der Zustand der Stadt“ präsentiert.
Die Ausstellung versammelte historische und zeitgenössische Objekte sowie Dokumente urbaner Initiativen und wurde ergänzt durch Arbeiten von Daniela Brahm, Mirja Busch, Martin Kaltwasser, Wenke Seemann, Tracey Snelling, ufo ufo – urban fragment observatory und dem ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Werkbundarchivs – Museum der Dinge zeigte „Profitopolis“, wie städtische Aushandlungsprozesse seit Generationen fortbestehen und sich den jeweiligen gesellschaftlichen Umständen anpassen.

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